w-hoch-drei.rocks Das Projekt
Das Projekt – W³ WISSEN WERTE WIR 2.0
W³ WISSEN WERTE WIR 2.0 ist ein Projekt der gfi Alpenvorland gGmbH zur Förderung von Integration, demokratischer Wertebildung und gesellschaftlichem Zusammenhalt und wird von der Europäischen Union kofinanziert.
Integration beginnt mit Begegnung
Wir sind überzeugt: Gelingende Integration entsteht nicht allein dadurch, dass Menschen eine Sprache lernen oder gesellschaftliche Regeln kennen. Sie entsteht vor allem dort, wo Menschen miteinander in Kontakt kommen, sich gegenseitig zuhören, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und sich mit den eigenen Vorstellungen und Werten auseinandersetzen.
In einer zunehmend internationalen und vielfältigen Gesellschaft begegnen sich Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Lebensgeschichten, Erfahrungen und Wertvorstellungen. Damit dieses Zusammenleben gelingt, müssen unterschiedliche Lebenswelten nicht nur theoretisch verstanden werden. Menschen müssen miteinander in Austausch kommen, voneinander lernen und gemeinsam am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Genau hier setzt W³ 2.0 an.
Wir schaffen Räume, in denen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Religion und persönlicher Lebensgeschichte miteinander ins Gespräch kommen. Sie können Fragen stellen, diskutieren, eigene Erfahrungen einbringen und neue Perspektiven kennenlernen.
Dabei geht es nicht darum, fertige Antworten oder bestimmte Positionen vorzugeben. W³ 2.0 möchte vor allem junge Menschen dazu befähigen, selbst zu denken, eigene Überzeugungen zu hinterfragen, andere Sichtweisen auszuhalten und eine reflektierte eigene Haltung zu entwickeln.
Unser Ziel ist ein Miteinander, in dem Menschen selbstbestimmt, gleichberechtigt und gewaltfrei leben und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen – unter Achtung der Menschenwürde und der Grundrechte in Deutschland.
Die Entwicklung von W³ 2.0
Die Idee für W³ entstand im Jahr 2019 – zunächst als Vision, die noch weit davon entfernt war, zu dem bayernweiten Angebot zu werden, das heute dahintersteht. Bereits ein Jahr später, 2020, wurde aus dieser Idee Realität: Das Projekt startete mit gerade einmal einer Mitarbeiterin. Was damals klein begann, sollte sich in den folgenden Jahren zu einer beeindruckenden Entwicklung entfalten.
Schritt für Schritt wuchs W³, gewann an Reichweite, an Bedeutung und vor allem an Wirkung. Aus einem einzelnen Projekt wurde ein Ansatz, der immer mehr Menschen erreichte und sich zunehmend dort verankerte, wo gesellschaftlicher Zusammenhalt ganz konkret entsteht: im direkten Miteinander. Wo Menschen unterschiedlicher Herkunft, Erfahrungen und Lebenswelten aufeinandertreffen, schafft W³ Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsame Wertebildung.
Heute ist W³ 2.0 in ganz Bayern vertreten. Allein am Standort Alpenvorland arbeiten derzeit 15 Mitarbeitende mit großem Engagement daran, die Idee von gelebter Integration, demokratischer Wertebildung und gesellschaftlichem Zusammenhalt vor Ort mit Leben zu füllen. Sie bringen Menschen zusammen, schaffen Begegnungsmöglichkeiten und setzen dort an, wo Integration nicht nur ein politisches Schlagwort, sondern gelebter Alltag ist.
Die Entwicklung von einem Projekt mit einer einzigen Mitarbeiterin hin zu einem bayernweiten Angebot ist mehr als eine beeindruckende Wachstumsgeschichte. Sie macht sichtbar, wie groß der Bedarf an Begegnung, Austausch und gemeinsamer Wertebildung tatsächlich ist. Gleichzeitig zeigt sie, welches Potenzial entsteht, wenn Menschen zusammengebracht werden und die Möglichkeit erhalten, miteinander ins Gespräch zu kommen, Unterschiede zu verstehen und Gemeinsamkeiten zu entdecken.
W³ 2.0 steht damit beispielhaft für eine Entwicklung, die weit über die ursprüngliche Projektidee hinausgeht: Aus einem kleinen Anfang ist eine bayernweite Bewegung für Integration, demokratische Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt entstanden – und die Geschichte ist längst noch nicht zu Ende.
Edona Gashi
„Wir unterstützen Jugendliche und junge Erwachsene bei der Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Individuen – für eine harmonische Integration in die deutsche Gesellschaft.“
Projektleitung
Warum braucht es W³ 2.0?
Junge Menschen wachsen in unterschiedlichen Lebenswelten auf. Familie, Freundeskreis, Schule, soziale Medien und Gesellschaft können dabei ganz unterschiedliche Erwartungen, Werte und Vorstellungen vermitteln.
Gerade Jugendliche mit und ohne Migrationsgeschichte sowie junge Menschen mit Fluchterfahrung können dabei in einem Spannungsfeld stehen. Einerseits erleben sie die Rechte, Regeln, Gepflogenheiten und Wertvorstellungen der Gesellschaft, in der sie leben. Andererseits können innerhalb der Familie oder des persönlichen Umfelds andere Einstellungen, Traditionen und Erwartungen eine wichtige Rolle spielen.
Diese unterschiedlichen Vorstellungen müssen nicht grundsätzlich im Widerspruch zueinanderstehen. Sie können jedoch zu Konflikten führen, wenn von jungen Menschen Verhaltensweisen erwartet werden, die sich nur schwer miteinander vereinbaren lassen.
Für Jugendliche kann es dann herausfordernd sein, den eigenen Weg zu finden und gleichzeitig den Erwartungen ihres Umfelds gerecht zu werden. Besonders starre Rollenbilder und traditionelle, hierarchische Familienstrukturen können die freie Entfaltung der Persönlichkeit und ein selbstbestimmtes Leben erschweren.
W³ 2.0 möchte junge Menschen dabei unterstützen, solche Spannungsfelder anzusprechen und gemeinsam zu reflektieren.
Dabei geht es nicht darum, Herkunft, Familie oder kulturelle Zugehörigkeit infrage zu stellen. Vielmehr geht es darum, eigene Entscheidungen treffen zu können und gleichzeitig die eigenen Wurzeln und die Perspektiven anderer zu verstehen.
Wir möchten junge Menschen darin stärken,
- eigene Entscheidungen zu treffen,
- die eigenen Interessen, Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen,
- andere Perspektiven zu verstehen,
- Vorurteile und Stereotype zu hinterfragen,
- unterschiedliche Lebensweisen respektvoll auszuhalten,
- Konflikte konstruktiv und gewaltfrei zu lösen,
- Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und
- aktiv an unserer Gesellschaft teilzuhaben.
Dabei verstehen wir Integration ausdrücklich als wechselseitigen Prozess. Es geht nicht um eine einseitige Anpassung, sondern um das gemeinsame Gestalten einer vielfältigen Gesellschaft.
Interkulturelles Lernen und reflektierte Wertebildung
Eine wichtige Grundlage von W³ 2.0 ist das interkulturelle Lernen.
Unterschiedliche kulturelle Hintergründe sollen nicht als Trennlinie verstanden werden. Vielmehr möchten wir Begegnungen ermöglichen, in denen Menschen Gemeinsamkeiten entdecken, Unterschiede kennenlernen und ihre eigenen Vorstellungen reflektieren können.
Dabei beschäftigen wir uns auch mit der Frage, welche Werte für unser gemeinsames Zusammenleben wichtig sind.
Demokratie, Menschenwürde, Gleichberechtigung, Freiheit und die Grundrechte bilden dabei einen wichtigen Orientierungsrahmen.
Wertebildung bedeutet für uns jedoch nicht, Werte einfach vorzugeben. Sie bedeutet, sich mit ihnen auseinanderzusetzen:
- Was ist mir wichtig?
- Was prägt meine Vorstellungen?
- Woher kommen meine Überzeugungen?
- Und wie kann ich meine Freiheit leben und gleichzeitig die Freiheit und Würde anderer respektieren?
W³ 2.0 gibt Raum für diese Fragen und für einen offenen Austausch darüber.
Wissen. Werte. Wir.
Die drei Begriffe im Namen von W³ 2.0 beschreiben unseren Ansatz:
Wissen
Wir möchten gesellschaftliche Zusammenhänge verständlich machen und Wissen über Demokratie, Grundrechte, Migration, Vielfalt, Gleichberechtigung und Zusammenleben vermitteln.
Werte
Werte werden nicht einfach vorgegeben. Sie müssen verstanden, hinterfragt und im eigenen Leben reflektiert werden. W³ 2.0 schafft Raum für diese Auseinandersetzung.
Wir
Gesellschaft entsteht durch Menschen, die miteinander leben und handeln. W³ 2.0 möchte Begegnung ermöglichen, Gemeinsamkeiten sichtbar machen und junge Menschen darin stärken, Verantwortung für das gemeinsame Miteinander zu übernehmen.
Nicht in Deutschland leben, sondern Deutschland leben.
Unser BeitragFür wen ist W³ 2.0?
W³ 2.0 richtet sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 27 Jahren – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Kultur, Religion sowie Migrations- oder Fluchterfahrung. Doch auch die Zielgruppe von W³ hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und erweitert. Denn schnell wurde deutlich: Gesellschaftlicher Zusammenhalt lässt sich nicht allein mit und für junge Menschen gestalten. Er braucht den Dialog zwischen Generationen, unterschiedliche Perspektiven und vor allem Menschen, die bereit sind, Verantwortung für ein gutes Miteinander zu übernehmen.
Deshalb richtet sich W³ 2.0 heute bewusst auch an Eltern und Großeltern, Fachkräfte, Schulen, Jugendeinrichtungen und weitere Menschen aus der Aufnahmegesellschaft. Neben den Angeboten für Jugendliche und junge Erwachsene sind inzwischen auch Workshops für Fachkräfte entstanden, die Wissen und praktische Methoden vermitteln und sie darin unterstützen, Integration, demokratische Wertebildung und Begegnung in ihrem beruflichen Alltag zu fördern.
Ein besonderes Angebot ist zudem die W³issensträger*innenausbildung für W³ 2.0 Oma & Opa. Dabei werden Großeltern dazu befähigt, das erworbene Wissen und die vermittelten Inhalte anschließend selbst weiterzugeben – beispielsweise in Schulen und Kindergärten. So wird aus einem Bildungsangebot ein Multiplikatorenkonzept: Wissen wird weitergetragen, Erfahrungen werden geteilt und der Gedanke von Vielfalt, Demokratie und Zusammenhalt erreicht immer mehr Menschen.
Auch unsere Veranstaltungsformate schaffen bewusst Räume, in denen die unterschiedlichen Zielgruppen und Generationen zusammenkommen. Bei einem W³ 2.0 Länderabend, einem W³ 2.0 Fachtag oder anderen gemeinsamen Veranstaltungen treffen Jugendliche auf Erwachsene, Großeltern auf Fachkräfte und Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und persönlichen Hintergründen aufeinander. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Austausch: miteinander ins Gespräch kommen, Perspektiven kennenlernen, voneinander lernen und vielleicht auch die eigenen Sichtweisen hinterfragen.
Unsere Wirkung
W³ 2.0 möchte nicht nur Wissen vermitteln. Wir möchten Menschen dazu befähigen, selbst aktiv zu werden.
Aus einem Gespräch kann eine neue Perspektive entstehen.
Aus einer neuen Perspektive kann eine reflektierte Haltung entstehen.
Aus einer Haltung kann Verantwortung entstehen.
Und aus Verantwortung kann gesellschaftliches Engagement entstehen.
Deshalb lautet unser Weg:
Wissen → Werte → Wir
Junge Menschen erwerben Wissen, setzen sich mit ihren eigenen Werten auseinander und werden befähigt, selbst zu einem starken, vielfältigen und demokratischen „Wir“ beizutragen.

Edona Gashi